Blog Die Mechelner Heide: erstklassige Natur mit reicher Vergangenheit

Die Mechelner Heide ist ein Begriff bei Naturliebhabern aus Limburg und weit darüber hinaus. Bei Wanderern ist diese wunderschöne Gegend, in der sich Heide, Teiche und Wälder abwechseln und die stark abfallende Landschaft einen Panoramablick sehr beliebt. Aber was macht die Mechelner Heide so einzigartig?

Es gibt nur wenige Orte in Flandern, an denen sich eine Heidefläche von 700 ha befindet. An vielen Orten kann man hier die Stille so richtig genießen. Darüber hinaus verbindet sich die Mechelner Heide mit den anderen Gebieten des Nationalparks Hoge Kempen und ist somit Teil einer grünen Oase von nicht weniger als 5.750 ha.

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Die Lage am östlichen Rand des Kempener Plateaus sorgt für kräftige Höhenunterschiede und einzigartige Ausblicke über Landesgrenzen hinweg. Es ist die einzige flämische Heide, in der man solche Höhenunterschiede genießen kann.

Die Mechelner Heide wurde bereits 1967 als Naturschutzgebiet anerkannt und genießt sogar auf europäischer Ebene Schutz. Dort findet man auch seltene Arten wie die roten Torfmoos, die glatte Schlange und die Nachtschwärmer.

Besiedelt seit der Steinzeit

Die großen Heideflächen, wie man sie in Maasmechelen findet, sind keine Naturlandschaften. Hier wuchsen einst Laubwälder. Aber noch vor Beginn unserer Zeitrechnung begann der Mensch, Wälder abzubrennen, um Felder anzulegen. So auch in Maasmechelen und Umgebung. Funde aus der Steinzeit und der Römerzeit weisen auf frühe Bewohner hin, die bald begannen, den hier wachsenden Birken-Eichen-Wald zu roden.

Als der Boden erschöpft war, wurde ein neues Stück verbrannt. Im Ödland wuchs die Heide im Laufe der Zeit. Durch die Beweidung mit Schafen und das Abstechen der Deckschicht als Stallstreu blieb die Heide über Jahrhunderte erhalten und verbreitete sich.

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 (foto : Yvette Wasiak)

Die wilden Gründe

Die Heideflächen, die die Dorfkerne trennten, wurden „wilde Gründe“ genannt. Sie waren unwirtlich und sogar gefährlich, weil Strauchdiebe und andere böse Typen ihr Unwesen trieben. Der Stadtteil Eisden der Gemeinde Maasmechelen in ist ein gutes Beispiel für ein typisches Dorf in den Kempen, das von Brachland umgeben ist.

 

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Dies änderte sich erst im 19. Jahrhundert, als die Regierung versuchte, das raue Land rentabel zu machen, indem sie es in landwirtschaftliche Nutzflächen oder Wald zur Holzgewinnung umwandelte. In Maasmechelen wurden hauptsächlich Kiefern gepflanzt. Der heutige Mechelner Wald verdankt seinen Ursprung dieser Zeit. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Limburger Kempen Kohle gefunden wurde, wurden die Zeche Eisden und das dazugehörige Gartenviertel mitten in der Heide angelegt. Die Nachfrage nach Grubenholz beschleunigte auch die Aufforstung. Dennoch blieb eine ziemlich ausgedehnte Heide zurück. Diese wird auch heute noch von einem Hirten und seiner Schafherde verwaltet.

 

 

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Darüber hinaus findet man in Maasmechelen auch ehemalige Sandgruben und Steinbrüche, die eine Naturfunktion erhalten haben, wie die Quelle des Kikbeek. In dieser wasserreichen Landschaft grasen halbwilde Konikpferde zwischen klaren blauen Teichen und rauen Heidelandschaften.

Kurzum: Die Gegend hat eine reiche Geschichte. Die Mechelner Heide ist zusammen mit den anderen Gebieten des Nationalparks und den umliegenden Bergbaurelikten in einem Dossier enthalten, das derzeit auf seine Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe wartet.

Seltene Tiere

Die Landschaft entstand mit menschlichem Zutun, aber das mindert nicht ihren ökologischen Wert. „Heide“ ist in der Tat ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von Pflanzen und Zwergsträuchern. Biologen unterscheiden trockene und feuchte Heiden, von denen jede ihre spezifische Flora und Fauna beherbergt. In Maasmechelen wechseln sich feuchte und trockene Heiden ab. Hier findet man nicht nur das Heidekraut und die gewöhnliche Heide, sondern auch die seltene Graue Glockenheide. Auch Ginsterarten und Pfeifenstroh wachsen dort genauso in Hülle und Fülle wie bunte Teppiche aus Moos und Flechten.

In Maasmechelen fühlen sich Hasen, Kaninchen und Hirsche wohl. Die Mechelner Heide ist ein abwechslungsreiches Biotop für viele seltene Brutvögel, wie das Rotkehlchen, den Baumpieper, die Baumlerche und den Nachtschwärmer. Darüber hinaus findet man natürlich auch viele weitverbreitete Arten, die einen gerne einem Flötenorchester einladen.

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 (foto : Patrick Keirsebilch)

Der warme Sand und die Sonne ziehen viele Reptilien wie die harmlose, ungiftige Glattschlange an. Der Erbenfrosch, die Kreuzkröte und andere Amphibien nutzen dankbar die vorhandenen Teiche. Dies gilt auch für viele Arten von Libellen und Wasservögeln, darunter Haubentaucher, Gänse, Schwäne, Enten, Reiher und Kormorane.

Raubvögel wie Bussarde, Sperber, Falken und sogar die seltene blaue Weihe machen den Himmel unsicher. Aber auch am Boden wimmelt es von Leben, mit vielen Ameisen, Käfern, Spinnen, Heuschrecken und Wildbienen, oft seltenen Arten. Unzählige Schmetterlinge, darunter der Ockerbindiger Samtfalter, die Orangenspitze und der Schwalbenschwanz flattern entlang der Waldränder.

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 (foto : Liesbeth Driessen)

Da die Heide ein so spezifisches Biotop ist, wird sie im Ecotron verwendet, einem einzigartigen Forschungszentrum auf Connecterra, dem anderen Maasmechelner Tor zum Nationalpark. Dort messen Forscher seit einigen Jahren die Auswirkung simulierter Klimaszenarien auf die Heidevegetation.

Charme zu jeder Jahreszeit

Die Mechelner Heide ist eine ruhige Gegend, in der man sich an vielen Orten mit den Geräuschen der Natur so richtig entspannen kann. Besonders im Winter ist es auf der Heide und in den umliegenden Wäldern herrlich still. Wenn man an einem Wintermorgen als Erster durch einen jungfräulichen Schneeteppich pflügen möchte, ist die Mechelner Heide genau das Richtige dafür.

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Sobald sich die Sonne zeigt und sich der Sand erwärmt, ist es hier ein paar Grad wärmer als anderswo. Die offenen Landschaften eignen sich perfekt, um die ersten Sonnenstrahlen im Frühling zu genießen oder die letzten Sommertage voll auszunutzen.

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Und auch im Sommer ist es natürlich herrlich auf der Heide! Ab Juli bringt die rote Heide feine, rosa Blüten hervor. Diese seltene Pflanze kommt nur an wenigen Stellen in Flandern vor und die Mechelner Heide ist eine davon. Ist es im Sommer etwas zu heiß in der vollen Sonne? Dann tauchen Sie einfach in den Wald ein und genießen den angenehmen Schatten.

Am Ende des Sommers verwandelt sich die Heide in ein lila Meer. Die Heide ist noch nicht ganz verblüht und schon sind die ersten Pilze da. Auf der Mechelner Heide findet man vor allem in den umliegenden Wäldern eine Fülle von Pilzen. Und so erlebt man in der Mechelner Heide zu jeder Jahreszeit etwas anderes...

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Die Ursprünglichkeit der Mechelner Heide zog im 19. Jahrhundert viele Künstler und Schriftsteller an. Folgen Sie ihren Spuren und lassen Sie sich von diesem einzigartigen Stück „wilder“ Natur inspirieren.

Praktische Informationen

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Am Eingangstor an der Joseph Smeetslaan 280, 3630 Maasmechelen finden Sie einen großen Parkplatz, Restaurants und den Ausgangspunkt für verschiedene Wanderwege, darunter das asphaltierte Zandloperpad, einen interaktiven Pfad für Rollstühle. Sie können auch am Bahnhof Eisden und auf dem Campingplatz Kikmolen einsteigen.

Ende August können Sie die Mechelner Heide während der Nationalen Heidetage noch intensiver erleben.

Die Zugangstore finden Sie hier: https://www.nationaalparkhogekempen.be/nl/Accessspoorten/mechelse-heide

Nationale Heidentage verlinken auf https://www.visitmaasmechelen.com/nationale-heidedagen